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Tian Tan Buddha: der Große Buddha

Allgemeines

Der Begriff "The Big Buddha in Hongkong" bezieht sich auf eine der bemerkenswertesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Der Big Buddha ist eine Statue und Teil der Po Lin Tempelanlage, die sich auf Lantau, der gröβten Insel Hongkongs, befindet. Die Tempelanlage selbst, in 1921 errichtet, ist eine groβzügige Anlage aus neueren Gebäuden und einfachen, älteren Häusern im hintengelegenen Teil des Ensembles. Die Anlage wird oft auch als Bühnenbild für Fernsehsendungen und Filme benutzt, ist aber sowohl für Touristen als auch Einheimische zugänglich und lädt ausdrücklich zum Besuch ein.

Der Buddha ist eine der bekanntesten Touristenattraktionen, aber er ist auch für Einheimische von groβer Bedeutung. Die Skulptur ist auf einem Berg gelegen und hat eine Höhe von 22m beziehungsweise 34m, wenn das Podest eingerechnet wird. Der Buddha ist komplett aus Bronze gefertigt und die gröβte Statue der Welt, die sich unter freiem Himmel befindet.

Die Skulptur wurde in einer Fabrik in Chinas Nanjing in einer Anzahl von 202 Einzelstücken gegossen und nach Hongkong zum Po Lin Tempel verschifft. Die Statue wurde im Jahre 1993 aufgebaut, nach 12-jähriger Planungs- und Konstruktionszeit. Zuvor befand sich an selbiger Stelle eine andere, wesentlich kleinere Statue.

Das Podium, auf dem der Buddha sitzt, besteht aus verschiedenen Kammern, in denen sich wiederum Buddhisattva Statuen befinden, die bis zu 2 Tonnen wiegen. Po Lin bedeutet übersetzt "wertvoller Lotus". Das Symbol des Lotus ist in und um die Tempelanlage herum sehr häufig anzutreffen. Lotus ist in der buddhistischen Tradition ein wichtiges Emblem, es steht für die Fähigkeit eines jeden Menschen, Erleuchtung oder Erwachen zu erreichen. Die Lotusblume wächst aus dem modrigen Grund eines Teiches und entwickelt sich dann zu einer wunderschönen Kreatur der Natur, was als Metapher für die Transformation dasteht.

Der Weg hinauf zum Buddha besteht aus 268 Stufen, aber der Aufstieg lohnt sich, vor allem um die Details der Skulptur zu bewundern sowie die groβartige Aussicht von oben zu genieβen.

In China gibt es noch gröβere Tempelanlagen, diese befinden sich aber nicht im Auβenbereich und sind weder sitzend noch aus Bronze gefertigt. Der Big Buddha hat damit ein ganz eigenes Wesen und ausgeprägt andere Details als vergleichbare Anlagen.

Geschichte

Die Bildhauerkunst des Buddhismus stammt aus der Zeit der Ming und Quing Dynastien, viele Skulpturen wurden jedoch im Laufe der Zeit durch Kriege und Naturkatastrophen beschädigt oder ganz zerstört.

In 1973 wurden Mönche des Po Lin Monasteriums nach Japan und Taiwan eingeladen, wo sie die Buddha Statue in Kamakura und Zhanhua bewundern konnten. Sie entschlossen sich, auch in Hongkong eine Skulptur zu errichten. Damit wollten sie ein weithin sichtbares Symbol für Ruhe und Frieden setzen.

Um dieses Projekt durchzuführen, bekamen sie von der Hongkonger Regierung im Jahre 1974 ein 6.567 Quadratmeter groβes Grundstück zu geringem Preis zur Verfügung gestellt.

Weitere Inspirationen für den Entwurf des Buddhas kamen vom Besuch der chinesischen Statuen in Longmen und Dunhunag sowie dem Himmelsaltar "Tian Tan" in Peking. Diese Idee, die Buddhastatue auf einem altarartigen Podium zu errichten, führte dann zu dem Namen Tian Tan Big Buddha Statue.

Das Projekt wurde von verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen unterstützt und ein Komitee zur Gestaltung, Koordination und Durchführung des Projektes wurde im Dezember 1981 berufen.

Tian Tan Buddha: der Große Buddha

Tian Tan Buddha: der Große Buddha ©TK

Landschaft

Die die Tempelanlage umgebene Landschaft ist von auβerordentlicher Ruhe und Schönheit. Die Hügel und der weiter am Horizont liegende Lantau Gipfel stellen ein ideales Ambiente für die Tempelanlage mit ihrer Farbvielfalt dar.

Gestalt

Der Entwurf für die Statue basiert auf den 32 in den Sutras beschriebenen physischen Merkmalen eines Buddhas.

Als Vorbilder für Gesicht, Haare und Kleidung standen vor allem die Statuen aus Longmen und Dunhuang Pate. Diese beiden Statuen stammen aus der Sui und Tang Dynastie, in der der Buddhismus seine Blütezeit erreichte.

Das Gipsmodel wurde von der Künstlerin Hou Jinhui aus Kanton in den Jahren von 1982 bis 1984 angefertigt. Der Entwurf wurde achtmal in Absprache mit dem Konzeptkünstler abgeändert.

Jeder einzelne Körperteil einer Buddhastatue hat spirituelle Bedeutungen. So ist der Gesichtsausdruck des Buddhas ein Zeichen von Wahrhaftigkeit und Weisheit, sein Lächeln erfüllt die Anschauenden mit Freude, die Augen symbolisieren Zuneigung, die der Buddha allen Menschen entgegenbringt. Die rechte Hand des Buddhas ist ein Zeichen der Angstfreiheit und des Willens alle Wesen von ihren Leiden zu befreien. Die linke Hand liegt auf dem Schoβ mit der Handfläche nach oben, was als Zeichen der Befürwortung und Bewilligung von Zufriedenheit und Glück für alle Wesen gilt. Auf den beiden Handflächen befindet sich jeweils das Rad des Gesetzes, welches auf die unbedingte Wahrheit anspricht, die in die 10 Richtungen des Universums vom Buddha ausgehend ausströmt.

Konstruktion

Die Statue ist aus Bronze gegossen, obwohl der originale Entwurf Stahlbeton vorgesehen hatte. Das Material stellte sich sowohl im statischen Sinne als auch für die Detailgestaltung als bessere Alternative heraus. Das Projekt wurde von der "Nanjing Chengguang Machinery Plant of The China Astronautics Science and Technology Consultant Corporation" ausgeführt.

Das Projekt wurde in 6 Phasen gegliedert:

In der ersten Phase, dem Entwurf, wurden innerhalb von drei Monaten über 5000 Zeichnungen und technische Dokumente erstellt sowie ein Zeitplan für die kommenden drei Jahre entwickelt.

In der zweiten Phase im September 1986 wurde das Model der Statue im Maβstab 1:5, was ungefähr einer Gröβe von 5 Metern entspricht, nach Nanjing verschifft. Hier wurde dann das Model mit Hilfe der bewährten Kästchenmethode und technischen Geräten vergröβert, auβerdem wurden Computerberechnungen herangezogen. Die Innenform der Statue wurde aus einer Verschalung aus in Schichten gestapelten Kisten hergestellt. Auf diese Verschalung wurde der Gips aufgetragen und so das Model im Maβstab 1:1 erstellt.

In der dritten Phase wurde dann der Abguss geschaffen. Die Statue ist innen hohl und sitzt auf einer Rahmenkonstruktion aus Stahl, die an den Knotenpunkten verschraubt ist. Die Statue wurde in 202 Bronzeteile geteilt, von denen jedes Teil 10-13mm dick ist, hierbei wurde das Gesicht in einem einzigen Teil gegossen. Dieses Stück ist ca. 4.3 x 5.8 Meter groβ und wiegt 5 Tonnen.

In der vierten Projektphase wurde der Buddha in drei Groβteilen versuchsweise zusammengebaut, um eventuelle statische oder konstruktive Probleme vorab beobachten zu können. Notwendige Änderungen wurden im Anschluss vorgenommen.

Die fünfte Phase war der Transport nach Hongkong in 1989, was sich durch den starken Wind und die riesige Fläche des Buddhagesichtes als extrem schwierig darstellte. Die engen Straβen Lantaus stellten eine weitere Herausforderung dar. Der Transport erfolgte mit Hilfe von zwei Kränen und einem Schwerlasttransporter.

Die sechste und letzte Phase war schlieβlich die Montage vor Ort. Windlasten, die in Hongkong häufig Taifunstärken erreichen, waren sorgfältig berechnet worden. Die Montage der Statue wurde am 13. Oktober 1989 fertiggestellt und am selben Tag eine Zeremonie abgehalten.

Die Montage erfolgte von unten nach oben in 8 Schichten, die Schweiβnähte des Projektes sind zusammengerechnet über 5 km lang. Die Arbeit wurde vollständig drauβen bei teilweise schwierigen Wetterbedingungen durchgeführt.

Die Big Buddha Statue ist ein Sinnbild der modernen und traditionellen buddhistischen Bildhauerkunst. Hier wurde traditionelle Bronzekunst mit Hilfe von modernsten Methoden weiterentwickelt, dem Wunsch folgend, die Menschheit in ihrer Suche nach Frieden und Glück zu unterstützen. Das Projekt ist eine geglückte Zusammenarbeit zwischen den buddhistischen Mönchen, Künstlern und Ingenieuren sowie Unterstützern aus der Hongkonger Bevölkerung.

Anfahrt

Am besten besucht man die Buddha-Statue nicht an einem Wochenende, da es dort recht voll werden kann – von meditativer Ruhe kann dann keine Rede mehr sein. Die Besucher des Ortes sollten sich auch an die Regeln betreffend der Kleidung und des Benehmens halten. Busse (mit Klimaanlage oder ohne) fahren in 45 Minuten direkt von Mui Wo zur Tempelanlage, weiterhin gibt es eine Busverbindung nach Tai O. Mui Wo und Tai O sind mit der Fähre bequem von Hongkong Central aus zu erreichen.

Eine ideale Ausflugsplanung ist es, mit der Fähre nach Mui Wo überzusetzen, dort die Tempelanlage und den Buddha zu bestaunen, daraufhin weiter nach Tai O zu fahren und dort nach Besichtigung des Ortes und einem chinesischen Mahl zurück mit der Fähre nach Hongkong zu fahren. Der Po Lin Tempel ist von 8 Uhr morgens bis 6 Uhr abends geöffnet.

Es gibt auch Möglichkeiten in den Lantau Tea Gardens, einem Teehaus, Kleinigkeiten zu essen, sowie den Besuch des Buddhas mit einer Wanderung auf Lantau zu verbinden. Es befindet sich eine Vielzahl von Wanderpfaden auf der Insel, die alle auf den ausgezeichneten Karten der Country Parks Authority dargestellt sind.

Der Big Buddha ist auf jeden Fall einen Ausflug wert, er ist eines der gröβten Wahrzeichen von Hongkong. Insgesamt dauerte es 12 Jahre für die Po Lin Tempelgemeinde, diese Statue auf dem Berg "Muk Yue" zu planen und zu errichten. Die Statue wird von den Einheimischen auch als Symbol für die Stabilität in Hongkong, für Wohlstand in China und den Frieden auf der Erde angesehen.

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