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Der Victoria Peak in Hongkong

Eigentlich heißt er ja offiziell „Victoria Peak“, für die meisten Einheimischen und Touristen ist er jedoch einfach nur „The Peak“. Mit 552 Metern ist er der höchste Berg auf Hongkong Island. „The Peak“ zählt zu den faszinierendsten und interessantesten Sehenswürdigkeiten in Hongkong und ist bereits seit Jahren ein echter Besuchermagnet.

Kein Wunder, denn schließlich ermöglicht er vom Gipfel aus einen atemberaubenden Panoramablick über die Umgebung. Die malerischen grünen Berge, die imposanten Wolkenkratzer, der quirlige Hafen mit den zahllosen kunterbunten Booten sowie das fast schon unüberschaubare Häusermeer der Halbinsel Kowloon: All dies präsentiert sich dem Besucher von hier oben aus einer spektakulären Vogelperspektive. Bei klarer Sicht und guten Wetterverhältnissen reicht die Aussicht sogar bis zu den New Territories und einigen Inseln im Südchinesischen Meer.

Mit der „Peak Tram“ hinauf auf den Berg

Die Standseilbahn „Peak Tram“ wurde bereits im Jahre 1888 eröffnet und befördert noch heute die Menschen sicher, schnell und komfortabel bis fast auf den Gipfel des Berges. Zu finden ist die Talstation im Stadtteil „Central“, unmittelbar an der bekannten Garden Road. Die Seilbahn ist das älteste Transportmittel der Stadt und führt hinauf zu einer ganz besonderen Bergstation: dem eindrucksvollen und erst 1955 fertiggestellten „Peak Tower“. Rund acht Minuten benötigt die nostalgisch anmutende Bahn für ihre Fahrt, dabei wird unterwegs ein Höhenunterschied von etwa 400 Metern bewältigt. Die Strecke ist insgesamt 1365 Meter lang und umfasst drei Zwischenstationen. In den ersten Jahren nach ihrer Fertigstellung erfolgte der Betrieb der Bahn noch ausschließlich über eine Dampfmaschine, doch schon 1926 wurde sie auf einen elektrischen Antrieb umgestellt. Im Rahmen einer aufwendigen Automatisierung im Jahre 1989 erhöhten die Betreiber auch gleichzeitig die Kapazität: Konnten vorher lediglich 32 Gäste auf den Berg befördert werden, beträgt die maximale Auslastung inzwischen sogar 120 Personen. Dennoch kann es vor allem in Stoßzeiten unter Umständen auch mal zu längeren Wartezeiten kommen. Übrigens: Der steilste Abschnitt der Strecke hat immerhin eine Steigung von beachtlichen 51 Prozent.

Peak Tram

Peak Tram ©TK

Der „Peak Tower“: Wunderland für Touristen

Der „Peak Tower“, der auf einer Höhe von 379 Metern auch gleichzeitig die Bergstation der „Peak Tram“ ist, zieht jedes Jahr zahllose Besucher in seinen Bann. Er ist bereits äußerlich eine architektonische Meisterleistung und fällt durch eine eigenwillige und sehr moderne Optik auf. Das siebenstöckige Gebäude hat ein geschwungenes Dach und erinnert ein wenig an eine überdimensionale Suppenschüssel. Vor einiger Zeit wurde das Bauwerk aufwendig saniert und völlig neu gestaltet. Das lichtdurchflutete gläserne Atrium ist inzwischen ein beliebter Treffpunkt für die Berg-Besucher. Im und um den Tower gibt es jede Menge zu besichtigen und zu bestaunen. Da ist zum einen natürlich die Aussichtsplattform im obersten Stock, die den bereits beschriebenen und einfach traumhaften Blick über Hongkong ermöglicht. Allein diese Aussicht ist bereits einen Besuch auf dem Berg wert. Dann gibt es hier oben auch noch ein hochmodernes Einkaufszentrum, die sogenannten „Peak Galleria“. Shopping-Fans können sich dort mit vielen landestypischen Produkten eindecken und natürlich auch das eine oder andere Souvenir für die Daheimgebliebenen erwerben. Im Einkaufszentrum haben sich allerdings auch auffallend viele hochpreisige Edel-Boutiquen niedergelassen, die mit ihrem eleganten Ambiente und den luxuriösen Produkten eine echte Augenweide sind. Wer möchte, kann auch eine außergewöhnliche Kuriositätenschau besuchen oder einen Abstecher zum Wachsfiguren-Kabinett unternehmen. Für das leibliche Wohl wurde natürlich ebenfalls bestens gesorgt, denn gleich sechs gemütliche Cafés, vier schicke Restaurants und ein Schnellrestaurant bieten hier ihre Speisen und Getränke an. Unternehmungslustige Touristen finden auf „The Peak“ also gleich jede Menge Möglichkeiten … und für Naturliebhaber gibt es auch viel zu entdecken!

Der Peak-Tower

Der Peak-Tower ©TK

Wunderschöne Spazierwege und eine herrliche Natur

Hongkongs beliebtester Berg hat natürlich nicht nur hochmoderne Touristenattraktionen zu bieten, sondern auch eine wunderschöne Pflanzenwelt, die während eines Spaziergangs oder einer kleinen Wanderung in aller Ruhe bewundert werden kann. Wem der Rundum-Blick von der Aussichtsplattform nicht ausreicht, der kann beispielsweise auch noch die letzten rund 150 Meter bis zum Gipfel ganz bequem zu Fuß erklimmen. Für diese leicht zu bewältigende Strecke benötigen Spaziergänger etwa eine Viertelstunde. Tipp: Hobbyfotografen sollten unbedingt ihre Kamera bereithalten, denn unterwegs lässt sich so manches fast noch unentdeckte Plätzchen entdecken, das die unten liegende Metropole auch einmal aus einem völlig anderen Blickwinkel zeigt. Der beliebteste Spazier- und Wanderweg auf „The Peak“ beginnt unmittelbar vor dem Tower. Von der Lugard Road führt ein prächtiger, von imposanten Bäumen gesäumter Weg bis zur Harlech Road. Wer diesen etwa einstündigen Spaziergang in Angriff nimmt, umrundet auf diese Weise den kompletten Berg. Hier präsentiert sich dem Besucher immer wieder ein traumhaftes Panorama: Riesige Farne, bezaubernde Bambushaine und viele tropische Pflanze bilden eine wirklich spektakuläre Naturkulisse, die auf diese Weise wohl einzigartig ist.

Skyline von Hongkong

Skyline von Hongkong ©TK

Die bewegte Vergangenheit von „The Peak“

Im 19. Jahrhundert sorgte die Malaria für viel Kummer und Angst unter den Einwohnern Hongkongs. Damals zogen sich die reichen Kolonialherren auf den Berg zurück, um einer eventuellen Ansteckungsgefahr aus dem Weg zu gehen. Außerdem war das Klima in luftiger Höhe schon damals wesentlich angenehmer als im Tal, wo je nach Jahreszeit extrem hohe Temperaturen und eine ebenso hohe Luftfeuchtigkeit das Atmen bisweilen erschweren. Zu dieser Zeit durften auch nur die reichen Bewohner die Bahn hinauf auf den Berg benutzen. Auch heute noch leben auf „The Peak“ einige wenige reiche Bewohner. Die Grundstückspreise erreichen schon fast astronomische Höhen, und je höher ein Grundstück gelegen ist, desto wertvoller ist es auch. Ein bekannter Berg-Bewohner aus der Vergangenheit war beispielsweise der Gouverneur Sir Richard MacDonnell. Schon im Jahre 1868 ließ er unterhalb des Gipfels eine prunkvolle Sommerresidenz errichten. Mittlerweile trüben mehrere riesige Sendemasten den einstigen luxuriösen Charakter des Berges, dennoch gehört er noch immer zu den „feinsten“ Adressen in Hongkong.
Übrigens: „The Peak“ heißt auf chinesisch „Tai Ping Shan“. Und dies wiederum kann mit „Berg des großen Friedens“ übersetzt werden.

Tipps für Touristen und Besucher

Am frühen Morgen und gegen Abend lohnt sich eine Fahrt mit der „Peak Tram“ hinauf auf den Berg ganz besonders. Wenn die Sonne nämlich langsam auf- oder untergeht, erstrahlen die Wolkenkratzer im Tal in einem atemberaubenden leuchtenden Rot, das Wasser im türkisfarbenen Meer glitzert in unzähligen Nuancen und sorgt für ein echtes Gänsehaut-Gefühl. Gut zu wissen: Am frühen Morgen ist die Luft meist klarer als am Abend, so dass die Aussicht dann besonders spektakulär ist. Seit einiger Zeit bietet das Fremdenverkehrsamt von Hongkong an jedem Samstagvormittag zwischen 9.00 und 10.00 Uhr kostenlose Kurse im Schattenboxen an. Die Kurse finden auf der herrlichen Aussichtsterrasse im „Peak Tower“ statt und sind für Fitness-Fans und gesundheitsbewusste Touristen ein unvergessliches Erlebnis.

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