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Hongkong in drei Tagen – Das sollte man gesehen haben

Hongkong, die Stadt voller Gegensätze, zählt zu den wohl aufregendsten Großstädten der Welt. Bei der Metropole an der Südküste Chinas handelt es sich um einen wahren Schmelztiegel der Kulturen. Hier begegnen sich Ost und West, prallen Tradition und Moderne aufeinander. Unzählige Tempel und Garküchen prägen das Stadtbild ebenso wie die Glasfassaden riesiger Wolkenkratzer.

Mit seiner bunten Küche, beeindruckenden Sehenswürdigkeiten und einem pulsierendem Nachtleben kann Hongkong mit Weltstädten wie Paris, London und New York problemlos mithalten. Etwa 7 Millionen Menschen leben in der Küstenstadt, 1,3 Millionen davon allein auf Hongkong Island. Obwohl die Stadt eine der höchsten Bevölkerungsdichten weltweit aufweist, finden sich, dank der unbesiedelbaren steilen Hänge und Berge, im direkten Umland auch unberührte Natur und ursprüngliche Landschaften. Neben den zahlreichen unbewohnten Inseln bieten die 21 Country Parks im Hinterland Hongkongs vielfältige Möglichkeiten, dem Trubel der Großstadt zu entfliehen. Obwohl sich die zahlreichen Gesichter Hongkongs unmöglich in wenigen Tagen entdecken lassen, ist die Metropole bei vielen Asienreisenden ein beliebtes Reiseziel für einen Kurzurlaub. Wir verraten Ihnen, wie Sie bereits in drei Tagen einen gelungenen Einblick in die faszinierende Atmosphäre Hongkongs gewinnen können und welche Attraktion Sie auf keinen Fall verpassen sollten.

Tag 1: Central District & The Peak

Statue Square

Mit einem Besuch des Statue Square im Central District beginnen Sie Ihre Entdeckungsreise mitten im politischen, finanziellen und kommerziellen Herzen Hongkongs. Die Statue von Queen Victoria, nach der der Platz ursprünglich benannt wurde, finden Sie hier zwar nicht mehr: Sie wurde von der japanischen Armee entfernt. Erhalten geblieben ist jedoch die Statue von Thomas Jackson, einem Bankier aus dem 19. Jahrhundert. Direkt neben dem Statue Square laden gleich zwei der edelsten und elegantesten Einkaufszentren zum Shoppen ein: das Landmark Centre und das Prince’s Building. Boutiquen renommierter Labels wie Armani, Prada oder Gucci lassen hier die Herzen aller Liebhaber exklusiver Designermode höher schlagen. Südlich des Statue Square befindet sich das Gebäude der Hongkong & Shanghai Bank, kurz auch HSBC genannt. Das moderne Hightech-Hochhaus mit 47 Stockwerken wurde 1985 von Norman Foster entworfen und galt bei seiner Fertigstellung als das teuerste Gebäude der Welt. Noch weiter in den Himmel ragt mittlerweile der Neubau der Bank of China: Stolze 72 Stockwerke zählt der imposante Wolkenkratzer. Die Aussichtsplattform in der 43. Etage bietet Besuchern einen großartigen Ausblick auf die Stadt.

Hongkong

Hongkong ©iStockphoto/Norman Chan

Man Mo Tempel

Ebenfalls im Central District, am westlichen Ende der Hollywood Road, finden Sie auch den Man Mo Tempel. Der im Jahr 1847 gegründete Taoistentempel zählt zu den bedeutendsten Tempeln Hongkongs. Verehrt werden hier sowohl der Gott der Literatur (Man) als auch der Gott des Krieges (Mo). Die Altare der Gottheiten befinden sich beide in der Haupthalle: Man hält einen Kalligrafiepinsel in den Händen, Mo trägt ein Schwert. Für eine einzigartige Atmosphäre sorgen die dicken Sandelholz-Schwaden, die durch das rotgoldene Innere des Tempels ziehen. Sie stammen von den zahlreichen Räucherspiralen, die hier unter der Decke hängen. Das Weihrauchopfer soll die Götter anlocken und gnädig stimmen, damit sie die Wünsche der Opfernden erfüllen. Die an den Spiralen befestigten roten Kärtchen tragen dabei die Namen der Spender. Nach dem Entzünden glühen die Spiralen etwa zwei Wochen lang. Ein Besuch des Man Mo Tempels lässt sich hervorragend mit einem Abstecher in die Tai Ping Shan Street verbinden, die sich in unmittelbarer Nähe befindet. Hier entstand einst die erste chinesische Siedlung auf dem Gebiet der Kolonie. Bis heute ist an diesem Ort die chinesische Tradition besonders lebendig geblieben. Hier finden Sie zahlreiche Tempel und Schreine, etwa den Kwun Yum Temple, den Shui Yuet Temple und den Pak Shing Temple. Zurück auf der Hollywood Road finden Sie am östlichen Ende der Straße zahlreiche kleine Läden, die chinesische Antiquitäten, Elfenbeinkunst und alte Keramiken zum Kauf anbieten. Nehmen Sie die ausgeschriebenen Verkaufspreise jedoch nicht allzu ernst: Wie auf den zahlreichen Märkten Hongkongs gehört Feilschen auch hier zum Geschäft. Südlich bzw. unterhalb der Hollywood Road finden Sie in SoHo und Lan Kwai Fong eine große Auswahl an Restaurants, in denen Sie eine kleine Pause einlegen oder zu Mittag essen können.

The Peak

Ein absolutes Muss für jeden Hongkong Besucher ist ein Ausflug auf den Victoria Peak. Vom Gipfel des 554m hohen Bergs bietet sich Ihnen ein geradezu atemberaubender Blick auf das Panorama der pulsierenden Metropole. Dabei kommen nicht nur Wanderfreunde in den Genuss der spektakulären Aussicht: Hinauf bringt Sie ganz bequem und sicher die weltberühmte Peak Tram. Schon die Fahrt mit der 1885 erbauten Bergschienenbahn ist ein echtes Erlebnis. Versuchen Sie bei der Auffahrt einen Platz auf der rechten Seite zu ergattern, von hier haben Sie die beste Sicht auf die vorbeiziehenden Wolkenkratzer. Zwischen 10:00 Uhr und 23:40 Uhr fährt die Tram alle 10 bis 15 Minuten hinauf zum Peak. Die Fahrt mit der Tram endet schließlich am Peak Tower, der im Jahr 1997 fertiggestellt wurde. Neben einer Aussichtsplattform enthält das futuristische Gebäude mehrere Souvenirgeschäfte, Duty-free-Shops und Restaurants. Die Peak Galleria ist täglich von 10:00 Uhr bis 22:00 Uhr geöffnet. Nach einer kleinen Stärkung erreichen Sie von hier den eigentlichen Gipfel zu Fuß. Direkt neben dem Peak Café beginnt die Austin Road, über die Sie in etwa einer halben Stunde einen der schönsten Gärten Asiens, den Victoria Peak Garden, erreichen. Bei einem einstündigen Spaziergang rund um den Gipfel können Sie dann von zahlreichen Aussichtspunkten den fantastischen Ausblick auf die Stadt genießen. Beachten Sie bei der Rückfahrt, dass die Schlange der Wartenden an der Tram ab dem späten Nachmittag zum Teil über 100 m lang werden kann. Weichen Sie bei langen Wartezeiten alternativ auf den Bus aus. Die Linie 15 bringt Sie direkt zum Exchange Square und Star Ferry. Während der vierzigminütigen Fahrt eröffnet sich Ihnen dabei ein wunderschöner Blick auf das Happy Valley.

Tag 2: Kowloon

Star Ferry

Bekannt ist die Halbinsel Kowloon vor allem für ihre lebendigen Märkte und vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten. Das Zentrum Kowloons bilden die Bezirke Tsim Sha Tsui und Tsim Sha Tsui East, die mit ihren zahlreichen Bars und Kneipen insbesondere bei Nachtschwärmern beliebt sind. Die Hauptschlagader Kowloons bildet die Nathan Road. Mit seinen glitzernden Neonreklamen erinnert der Boulevard an den amerikanischen Broadway. Zahlreichen Filmteams diente die Nathan Road als Kulisse für ihre Dreharbeiten. Ein Besuch der Halbinsel Kowloon lässt sich hervorragend mit einer Fahrt auf der Star Ferry verbinden. Bereits seit 1898 verkehren die Fähren zwischen Kowloon und Hongkong Island. Sie zählen zu den berühmtesten Attraktionen Hongkongs. Bei der siebenminütigen Fahrt von einem zum anderen Ufer bietet sich Ihnen vom Wasser aus ein fantastischer Blick auf die Skyline sowie die umliegende Landschaft. Auch zu späterer Stunde lohnt sich eine Überfahrt: Der Anblick der funkelnden Skyline Hongkongs bei Nacht ist ein absolutes Highlight. Zwischen 6:30 Uhr und 23:30 Uhr verkehrt die Star Ferry täglich im Zehn-Minuten-Takt.

Uferpromenade und Avenue of Stars

Direkt vom Star Ferry-Pier im Süden Kowloons aus erstreckt sich die 2 km lange Uferpromenade. Der beliebteste Aussichtspunkt der Promenade befindet sich am Clock Tower. Ein an diesem Platz aufgenommenes Erinnerungsfoto darf in keinem Urlaubsalbum fehlen. Sehenswert ist auch die berühmte Avenue of Stars, die gleich hinter dem Space Museum beginnt. Inspiriert von Hollywoods Walk of Fame haben in den Bodenplatten zahlreiche lokale Filmstars ihren Handabdruck hinterlassen. Samstags treten hier zwischen 17:00 Uhr und 22:00 Uhr auch regelmäßig Bands unter freiem Himmel auf. Unweit der Avenue befindet sich in der Salisbury Road auch das beeindruckende Hongkong Museum, das neben Kunst aus aller Welt auch traditionelles chinesisches Kunsthandwerk zeigt. Das Museum ist täglich von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr, samstags von 10:00 Uhr bis 20:00 Uhr geöffnet. Donnerstags bleibt das Museum geschlossen, am Mittwoch ist dafür der Eintritt frei.

Kowloon Park

Bei schönem Wetter lohnt sich ein Ausflug in den an der Nathan Road gelegenen Kowloon Park. Das Parkgelände umfasst gleich mehrere Gärten, Spielplätze und sogar ein Schwimmbad. Inmitten des Gewimmels des belebten Stadtteils ist die grüne Lunge Kowloons der ideale Ort zum Durchatmen oder für ein kleines Picknick. Während Sie auf einer schattigen Bank am Bird Lake neue Energie tanken, können Sie hier pinken Flamingos beim Baden zusehen. Der Park öffnet seine Tore für Besucher täglich von 6:00 Uhr bis 24:00 Uhr. Im Südosten des Parks befindet sich auch eine Moschee, die den über 50.000 Moslems Hongkongs ein geistliches Zentrum bietet. Für Nichtmuslime ist das Gelände jedoch nur auf Anfrage zu besichtigen.

Symphony of Lights

Verpassen sollten Sie bei einem Besuch in Kowloon auf keinen Fall die Symphony of Lights. Die futuristische Multimediashow findet jeden Abend zwischen 20:00 Uhr und 20:18 Uhr statt und ist jedem Hongkong Besucher unbedingt zu empfehlen. Von der Uferpromenade aus können Sie hier beobachten, wie sich die Fassaden von über vierzig Wolkenkratzern auf der Hongkong Island-Seite per Laserinstallation in ein Lichtermeer verwandeln. Ein einzigartiger und unvergesslicher Anblick, der Sie noch dazu keinen einzigen Hongkong-Dollar kostet.

Temple Street Night Market und Ladies‘ Market

Ein aufregendes Erlebnis ist für viele Hongkong Besucher auch der Besuch des Temple Street Night Market, dem spektakulärsten Nachtmarkt der Stadt. Von Einbruch der Dämmerung bis Mitternacht bieten hier Garküchen, Wahrsager und zahlreiche Verkaufsstände Kulinarisches und Waren aller Art an. Ob Schuhe, Trödel oder Accessoires: Feilschen lohnt sich in jedem Fall. Viele Waren werden zu überhöhten Preisen angeboten und wechseln am Ende oft auch für die Hälfte des Verkaufspreises den Besitzer. Ein weiterer interessanter Markt befindet sich in der östlich der Nathan Road gelegenen Tong Choi Street. Der Ladies‘ Market ist einer der größten Straßenmärkte für Damenkleidung und Textilien. Hier findet man viel Ramsch und Waren zweiter Wahl, in dem Gewirr der unzähligen Stände und Buden können Sie aber auch echte Schnäppchen finden. Auch dieser Markt ist von Einbruch der Dämmerung bis in die späten Abendstunden geöffnet.

Tag 3: Lantau Island

Von Mui Wo nach Discovery Island

Planen Sie bei Ihrem Kurztrip nach Hongkong auf jeden Fall auch einen Ausflug nach Lan Tau Island ein. Die Abgeschiedenheit der 140 km² großen Insel, die derzeit gerade einmal 50.000 Einwohner zählt, bietet einen erholsamen Kontrast zu dem Trubel Kowloons. Zahlreiche Wanderwege und wunderschöne Strände laden hier zum Kraft tanken in der Natur ein. Ein klassischer Ausflug nach Lan Tau beginnt in der Regel mit der Star Ferry Fahrt von Hongkong Island nach Mui Wo. Die kleine Siedlung an der Ostküste ist der zentrale Anlaufpunkt für alle Inselbesucher. Ein etwa zweistündiger Spaziergang führt Sie von hier zur Discovery Bay, einem modernen Luxuswohngebiet, das gelegentlich auch als das St. Tropez Hongkongs bezeichnet wird. Auf dem Weg liegt das sehenswerte christliche Trappistenkloster Our Lady of Joy, mit seinem berühmten Blumengarten. Von der Discovery Bay aus gelangen Sie schließlich mit dem Schnellboot oder dem Bus zurück nach Mui Wo oder zur MTR Station Tung Chung.

Tai O: das Venedig Hongkongs

Im Westen Lan Taus liegt die kleine Insel Tai O. Das alte Fischerdorf erreichen Sie von Mui Wo mit der Buslinie 1. Die in einer Meeresbucht gelegen Ortschaft Tai O gilt als die älteste menschliche Siedlung Lan Taus. Bei den Einwohnern handelt es sich um Nachkommen des Volkes der Tanka, die aus Südwestchina stammen. Traditionell lebten die Tanka von der Salzgewinnung, bis heute findet man an der Küste noch zahlreiche Salzpfannen. Eine architektonische Besonderheit stellt die traditionelle Bauweise dar: Aus Schutz vor dem Hochwasser stehen viele Häuser hier auf Holzpfählen im Wasser, weshalb Tai O häufig auch als das Venedig Hongkongs bezeichnet wird. Falls Sie auf der Suche nach einem authentischen Souvenir auf Hongkong Island und in Kowloon bisher nicht fündig geworden sind, dann ist ein Glas Krabbenpaste aus Tai O genau das Richtige für Sie. Dabei handelt es sich um eine traditionell zubereitete würzige Fischsoße, die aus in der Sonne gegärten Krabben und Gewürzen besteht. Einen Besuch wert sind in Tai O auch die Tempel Kwan Tai, Hung Shing und Yeung Hau, auch das Kolonialgebäude der Former Tai O Police Station lohnt eine Besichtigung. Wer den Tag lieber im Freien verbringen möchte, dem sei ein Spaziergang über den Deich nach Nam Chun Tsuen, einem benachbarten Fischerdorf, empfohlen. Mit etwas Glück bekommen Sie hier auch die berühmten rosafarbenen Delfine von Lantau zu sehen. Bei geführten Bootsausflügen können Sie viele interessante Details über die Tiere erfahren, die mittlerweile leider durch Wasserverschmutzung und Überfischung vom Aussterben bedroht sind.

Big Buddha & Po Lin Kloster

Die Ruhe Lan Taus wussten auch die buddhistischen Schulen zu schätzen, die auf der Insel zahlreiche Klöster gründeten. Das Berühmteste von Ihnen ist zweifellos das Po Lin Kloster, das zu den zehn wichtigsten Klöstern des Buddhismus zählt. Ein Besuch des Klosters sollte unbedingt zum Programm Ihres Inselausflugs gehören. Vor dem Tian Tan Tempel, auch Himmelstempel genannt, können Sie hier das beeindruckende Wahrzeichen Lan Taus bestaunen: die größte bronzene Buddhastatue der Welt. Im Inneren des 26 m hohen Buddhas befindet sich ein Museum. Um dorthin zu gelangen, müssen Sie die 260 Stufen zu Füßen der Statue erklimmen. Zugang erhalten Sie allerdings erst durch den Kauf eines meal-tickets für ein mehrgängiges vegetarisches Menü, das Sie in einem Restaurant am unteren Ende der Stufen erwerben können. Dem Klostergelände vorgelagert ist das künstliche Dorf Ngong Ping. Hier befindet sich eine moderne Seilbahnstation, die eine direkte Verbindung zwischen Ngong Ping und Tung Chung ermöglicht. Ob hinauf oder hinab: Während der fünfundzwanzigminütigen Fahrt mit der Seilbahn haben Sie eine wunderschöne Aussicht auf das Südchinesische Meer und den North Lantau Country Park. Von Ngong Ping bringen Sie auch mehrere Buslinien regelmäßig nach Tung Chung, Mui Wo oder Tai O. Von den genannten Orten aus bestehen zahlreiche Bus-, Fähr- und MTR-Verbindungen nach Hongkong Island.

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