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Temple of 10000 Buddhas in Hongkong

Wer an buddhistische Tempelanlagen denkt, hat vermutlich sakrale Bauten in fernöstlichen Ländern vor Augen, die bereits vor Jahrhunderten errichtet worden sind. Immerhin geht der Buddhismus auf Siddhattha Gotama zurück, der bereits vor 2.500 Jahren gelebt und gelehrt hat. Der berühmte Tempel der 10.000 Buddhas (Ten Thousand Buddhas Monastery) in Hongkong wurde jedoch erst 1950 von dem aus Peking stammenden Mönch Yuet Kai gegründet.

Fertiggestellt wurde der auf einem Hang des Po Fook Hill, mitten in den überwiegend bewaldeten New Territories errichtete Bau 1957. Der baufreudige Mönch hatte prophezeit, dass er niemals verwesen werde. Nach seinem Tod 1965 wurde er seiner Anordnung gemäß hinter dem Tempel in einer Hockhaltung beigesetzt. Als ihn Anhänger nach einigen Monaten wieder ausgruben und überrascht eine Mumifizierung ohne Verwesungserscheinungen feststellten, überzogen sie den Körper Yuet Kais mit Gold und legten den Klostergründer in einen Glasschrein mitten in große Halle des Tempels.

Der Name des Tempels bezieht sich allerdings nicht auf den Mönch sondern auf die 12.800 verschiedenen Buddhastatuen, die sich an den Wänden des Tempels finden. Die Zahl 10.000 lässt sich mit den chinesischen Zähleinheiten erklären. Die größte chinesische Zähleinheit – zehntausend – kann auch mit „sehr viel“ oder „unendlich viel“ übersetzt werden.

Temple of 10000 Buddhas

Temple of 10000 Buddhas ©TK

Der Tempel befindet sich an einem Berghang in den New Territories und ist nur etwa 500 Meter vom KCR-Bahnhof im Hongkonger Stadtteil Sha Tin entfernt. Sha Tin hat über 600.000 Einwohner und zählt damit zu den größten Wohnvororten Hong Kongs. Im Bahnhof nützt der Besucher Exit B, hält sich links bis er zur Pai Tau Street kommt. Von dort aus ist der Tempel bereits ausgeschildert. Touristen bemängeln allerdings bis heute die eher dürftigen Hinweise auf diese Anlage, die es wert ist, von jedem Hong Kong Besucher besichtigt zu werden.

431 Stufen führen zur Klosteranlage, die aus 5 Tempeln, 4 Pavillons und einer Pagode besteht. Vor allem wenn es, wie in der Region üblich, sehr warm und feucht ist, kann der Aufstieg äußerst anstrengend sein. Gesäumt ist der Weg zum Kloster mit 500 lebensgroßen vergoldeten Figuren des buddhistischen Heiligen Arhat.

Der Tempel der 10.000 Buddhas bildet das Hauptgebäude des gesamten Klosters. Der Ausdruck „Kloster“ ist allerdings irreführend, da heute keine Mönche in der Anlage leben. Die neunstufige Pagode, so wird der für buddhistische Anlagen typische mehrgeschossige Turm mit den vorragenden Dachvorsprüngen bezeichnet, bietet den Besuchern auf der ersten Ebene der Anlage einen sehr guten Ausblick über den Stadtteil Sha Tin und das umliegende Tal. Verbunden sind die untere Tempelhalle und die Pagode durch einen Tempelplatz mit bunten Betonfiguren der 18 Luohan, so werden die wichtigsten Schüler und vollendeten Heiligen Buddhas in China genannt. Ebenfalls auf dieser Terrasse befinden sich der weiße Elefant der Gottheit des Feuers – Pu Xian – und der blaue Löwe des Weisen Wen Shu.

Durch Kacheln verdeckte Urnen finden sich in den Wandnischen der Ahnenhallen auf den oberenen Ebenen der Anlage. Der Name des Toten und ein Foto verweisen auf die Identität des jeweiligen Verstorbenen. Die Opfergaben, die vor den Hallen in kleinen Öfen verbrannt werden, dienen dem Gedenken an diese Ahnen. 1997 durch einen Erdrutsch stark beschädigt und nur mehr unvollständig restauriert wurden die vier kleinen Tempel: Temple of The God of Heaven, Candi Buddha Temple, Kwun Yam Temple, Temple of the Nei Tor Buddha.

Temple of 10000 Buddhas in Hongkong

Temple of 10000 Buddhas in Hongkong ©TK

In der Haupthalle des Tempels stehen im Licht hunderter Kerzen drei sehr große, goldüberzogene Buddhastatuen, die von den 12.800 kleineren Buddhas umgeben sind. Bei den drei Buddhas handelt es sich um Koon Yum, die Göttin der Barmherzigkeit, Yao Shi Fo, den Medizin-Buddha, und Di Zhang, den Gott über Erde und Hölle. Die 12.800 kleineren, von Handwerkern aus Shangai hergestellten Buddhas sind von gläubigen Buddhisten gespendet worden.

Der Glaskasten mit der Mumie des Klostergründers befindet sich in der höhergelegenen Man Fat Tempelanlage in der Yuet-Kai-Halle. Die eher schmucklose Anlage besteht insgesamt aus vier Hallen, bietet jedoch den besten Überblick in das Tal.

Dem wirtschaftlichen Aspekt der Anlage werden auch die Wahrsager gerecht, die hier den Touristen ihre Dienste anbieten. Zu sehr günstigen Preisen gibt es in der Klosterküche vegetarisches Essen.

Für die Besucher ist die Tempelanlage täglich von 9.00 – 17.00 Uhr geöffnet.
Auch wenn der Tempel heute keinen besonderen religiösen Zwecken mehr dient, ist den Besuchern ein dem Ort und seiner Tradition entsprechendes respektvolles Verhalten zu empfehlen. Das laute, ungeduldige und oft wenig rücksichtsvolle Benehmen vieler Touristen passt besser ins Disneyland als in den Tempel der 10.000 Buddhas. Das Fotografieren mit Blitz sollte man ebenso vermeiden, wie laute Gespräche oder hörbare MP3-Player in Anwesenheit betender oder meditierender Gäste.

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